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Mittwoch, 02 Mai 2012 00:00

Berliner Zeitung: Prof. Funder über die Insolvenz Neckermanns

Autor:  

Das Versandhaus Neckermann verzichtet auf den Katalog - und riskiert damit seinen Ruin.

berlinerzeitung-logoSparen wie gedruckt"

02.05.2012

„(...) Der Handelsexperte Jörg Funder von der Fachhochschule Worms jedenfalls sieht die Entscheidung äußerst kritisch: „Das neue Konzept ist eine reine Kostensenkungsmaßnahme und wird bis zum Ende des Jahres zur endgültigen Insolvenz des Unternehmens führen“, glaubt er.

Tatsächlich ist der Umbau zum reinen Online-Anbieter nicht gratis zu machen. Nach Funders Einschätzung werden dem Versandhaus dafür viele Millionen verloren gehen. Der Einzelhandelsfachmann geht davon aus, dass allein der Sozialplan für die 1 400 Beschäftigten, die entlassen werden sollen, mindestens zwölf Millionen Euro kosten wird. Er hält sogar 20 Millionen für realistischer.

Darüber hinaus drohten dem Unternehmen Kosten für das Versandzentrum in Frankfurt. „Die Logistik ist veraltet und findet keinen Käufer mehr, und aus dem normalerweise langlaufenden Mietvertrag kommt Neckermann sicherlich so schnell ohne Abstandszahlungen nicht heraus“, gibt Funder zu bedenken. Die daraus resultierenden Restrukturierungskosten würden einen Großteil der geplanten Investitionen in den Online-Ausbau verschlingen.

Ohne das gedruckte Angebot wird Neckermann Kunden verlieren

Für einen Universalversender wie Neckermann hält Funder den Komplettverzicht auf den Katalog aber ohnehin für untauglich. „Das ist keine Zukunftsstrategie.“ Neckermann gibt an, dass 80 Prozent seiner Umsätze über das Internet generiert werden. Es sei jedoch davon auszugehen, so Funder, dass ein Großteil der Käufer den Kaufimpuls aus den gedruckten Katalogen bekommen habe.

Die Umstrukturierungen bei Neckermann und Otto zeigen, dass Universalversender im Gegensatz zu reinen Online-Händlern in der Krise stecken. Ähnlich wie die stationären Warenhäuser Karstadt und Kaufhof, denen Mode-Markenhändler und Multimedia-Spezialisten das Wasser abgraben. „Universalversender haben schon lange ein Problem. Ihnen fehlt ein klares Profil und ein Werteversprechen, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten“, sagt Handelsforscher Funder.

Was also tun? Vergleichsweise gut läuft bei Otto&Co. das Geschäft mit Möbeln und Wohn-Accessoires. Diese Sparte wäre nach Ansicht von Jörg Funder eine Möglichkeit für die Universalversender, um sich zu profilieren. Die Aufgabe von Textilsortimenten oder die Komplett- Ausgliederung ins Online-Geschäft hält Funder aufgrund der Sortimentswanderung der Kundschaft indes nicht für zielführend. Sein Argument: Kunden machen oftmals zunächst kleinere Umsätze im Textilsortiment, bevor sie größere Güter wie Möbeln bestellen.“ (...)“

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in unserem Pressespiegel


Artikel URL: http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/versandhausneckermann-sparen-wie-gedruckt,10808230,15053520.html

Last modified on Sonntag, 02 Februar 2014 17:34

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