Ecommerce

Fokusstudie Rocket Internet: Erfolgsrezept Online-Start-ups?

Juni 2014


Key Insights
  • Eine Analyse zeigt, dass Ecommerce-Händler die Gewinnzone typischerweise erst nach sechs bis zehn Jahren erreichen. Reine Service-Anbieter, die ohne den Aufbau von Logistikstrukturen auskommen, können bereits früher profitabel sein.
  • Eine schnelle Skalierung des Geschäftsmodells ist im Online-Handel erfolgskritisch, impliziert jedoch auch die Inkaufnahme hoher Verluste, zum Teil über mehrere Jahre.
  • Auf Basis verfügbarer Umsatzgrößen der Rocket Internet-Ventures und anerkannten Umsatzmultiplikatoren vergleichbarer Transaktionen bewerten wir Rocket Internet in der Spanne zwischen 3,0 bis 7,5 Milliarden Euro.

Rocket Internet fehlt noch immer die notwendige unternehmerische Transparenz, besonders bei harten Kennzahlen wie Gewinn und Verlust. Es bleibt weiterhin zweifelhaft, ob Rocket Internet die versprochene Erfolgsgeschichte liefern kann. Die für das Geschäftsmodell von Rocket Internet notwendige Infrastruktur, insbesondere in den Entwicklungsländern, aufzubauen, wird hohe Investments benötigen. Daher ist aktuell kaum abzusehen, ob und wann sich dieses Geschäft jemals rechnen wird. Bislang ist das einzig Greifbare die Story des Managements, dass man ‘irgendwann profitabel sein wird‘.

Internet-Unternehmen erreichen Gewinnzone sechs bis zehn Jahre nach dem Start – Reine Service-Anbieter können bereits früher profitabel werden

Bei der Analyse führender Internet-Unternehmen zeigt sich, dass diese vergleichsweise spät in die Gewinnzone eintreten. Das US-amerikanische Unternehmen Zappos, welches als Vorbild für die Rocket Internet-Tochter Zalando dient, konnte erst nach zehn Jahren schwarze Zahlen schreiben. Der Möbel- und Wohnaccessoires-Anbieter One Kings Lane, ebenfalls aus den USA und zugleich Vorbild von Westwing, erreichte den Break-Even Point nach fünf Jahren. Der Serviceprovider Paypal, zugleich Role-Model für Paymill, konnte bereits nach vier Jahren die erste schwarze Null in der Bilanz verzeichnen. Service-Anbieter sind demnach in der Lage, früher die Gewinnzone zu erreichen, insbesondere da diese Unternehmen keine kostspieligen Logistikstrukturen aufbauen müssen.

Schnelle Skalierung unter Inkaufnahme hoher Verluste

Analysiert man das gesamte Portfolio der Rocket Internet-Ventures, so lässt der ‘Copycat‘-Gedanke (das reine Nachahmen und Kopieren einer Geschäftsidee) nicht gänzlich leugnen. Wimdu versus airbnb, home24 versus wayfair, 21 Diamonds versus Gemvara; diese Liste lässt sich über nahezu das gesamte Venture-Portfolio fortführen und zeigt die eigentlichen Geschäftsgedanken von Rocket Internet. Bestehende Geschäftsmodelle kopieren und diese schnellst möglich skalieren – unter Inkaufnahme von hohen Verlusten. In 2012 haben allein die drei größten Investments von Rocket Internet (Zaladon, Wimdu und home24) einen Fehlbetrag in Summe von 107,6 Millionen Euro ausgewiesen.

Der Unternehmenswert von Rocket Internet liegt zwischen 3,0 und 7,5 Milliarden Euro

Basierend auf den verfügbaren Umsatzgrößen aller Ventures (teilweise offenlegungssäumig) und anerkannten Umsatzmultiplikatoren aus vergleichbaren Transaktionen, zum Beispiel der Kauf von Zappos durch Amazon, lässt sich für Rocket Internet ein Unternehmenswert von circa 3,0 bis 7,5 Milliarden Euro errechnen.

 

Studie#4_Fokusstudie Rocket Internet

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Schlagworte:

Ecommerce, Finance, Internet-Unternehmen, Online-Start-ups, Private Equity, Rocket Internet, Studie

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